Verbesserung der quantitativen Datenauswertung für die zerstörungsfreie Charakterisierung radioaktiver Behälter und Objekte

(Improvement of quantitative data evaluation for the non-destructive characterization of radioactive containers and objects)

Projektleiter: Dr. Thomas Bücherl

Wissenschaftler: offen

Das diesem Statusbericht zugrundeliegende Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 15S9411 gefördert.

Vorhabenbeschreibung:

Bei Tätigkeiten und Arbeiten mit radioaktiven Stoffen fallen zwangsläufig radioaktive Abfälle an, die meist in Form von Abfallgebinden für die Zwischen- oder Endlagerung bereitgestellt werden. Im Rahmen ihrer geordneten Beseitigung sind diese eindeutig und nachvollziehbar zu deklarieren. Zusätzlich zu diesen laufend entstehenden Abfällen existieren bundesweit noch große Mengen an unvollständig deklarierten Gebinden mit Altabfällen. Für beide Abfallarten erfordert die Produktkontrolle eine Überprüfung der jeweiligen Gebindedeklara-tion, neben dokumentbasierten Recherchen auch durch messtechnische Untersuchungen. Hierfür werden bevorzugt zerstörungsfreie Verfahren eingesetzt, wie das segmentierte Gamma-Scanning (SGS) als Emissions-Methode und Transmissions-Messungen mit Hilfe von leistungsstarken Durchstrahlungsquellen.

Eine besondere Herausforderung bei der Auswertung dieser Messungen ist die geeignete Verknüpfung der Daten. Hierfür steht bislang kein durchgängiges Auswertemodell für eine belastbare, schnelle und nachvollziehbare Bestimmung der Aktivitäten, der Erkennungs- und Nachweisgrenzen sowie der Grenzen der Vertrauensbereiche zur Verfügung. Aktuell sind umfangreiche manuelle Arbeitsschritte erforderlich, deren exakte physikalische und statistische Rechtfertigungen nicht immer vollständig nachvollziehbar sind, da sie oftmals auf empirischen Annahmen basieren, d. h. Aussagen über Genauigkeit und Richtigkeit sind nur bedingt möglich und können zu erheblichen Diskussionen mit Gutachtern und Aufsichtsbehörden hinsichtlich der Akzeptanz der Ergebnisse führen.

Ein erfolgsversprechender Ansatz für die Lösung dieses Problems ist eine Auswertung auf der Grundlage des Bayes-Theorems, auf der z. B. auch die DIN ISO 11929 basiert. Dieser statistische Ansatz ermöglicht die Berücksichtigung unterschiedlichster A-priori-Informationen und Messdaten in einem durchgängigen Auswertemodell und soll im Rahmen des Vorhabens realisiert werden.